Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter, dessen Raupen ausschließlich an Eichen fressen. Bekannt ist er wegen seiner feinen Brennhaare, die ab dem dritten Larvenstadium gebildet werden.
Der Name kommt von der charakteristischen Bewegung: Die Raupen wandern in langen Prozessionen, Kopf an Schwanz, von ihren Nestern zu den Blättern und zurück. Die Nester sind grau-silbrig und sitzen oft in Stammnähe.
Der EPS ist kein eingeschleppter Schädling. Er war immer hier — lange kam er selten vor. Seit den 1990er Jahren tritt er in immer mehr Städten auf, früher im Jahr und weiter nördlich als zuvor.
Die winzigen Brennhaare der Raupen brechen leicht ab und können vom Wind verteilt werden. Schon kurzer Kontakt — auch ohne direkten Körperkontakt mit Raupen oder Nestern — kann Beschwerden auslösen.
Die Reaktionen fallen von Person zu Person unterschiedlich stark aus.
Nester niemals selbst anfassen oder entfernen — auch nicht mit Handschuhen. Auch leere Nester können noch wirksame Brennhaare enthalten.
Betroffene Kleidung wechseln. Brennhaare mit Klebeband von der Haut abheben — nicht reiben, das treibt sie tiefer. Haut und Augen mit klarem Wasser spülen. Bei starken Beschwerden oder Atemnot: Notruf 112.
Wärmere Frühjahre lassen Raupen und Laubaustrieb der Eichen zeitlich zusammenfallen — günstige Bedingungen für die Art. Was sich verändert hat, sind nicht die Tiere.
Alte Eichen sind Lebensraum für viele spezialisierte Arten. Werden befallene Bäume mit Insektiziden behandelt, verlieren viele von ihnen ihren Lebensraum. Artensterben findet nicht nur im Regenwald statt.